Heizen mit Heizlüftern – ein großer Fehler

Aktuell findet aufgrund der medialen Berichterstattung einer bevorstehenden Gasknappheit ein regelrechter Run auf elektrische Heizlüfter statt. Dabei ist Heizen mit Heizlüftern ein großer Fehler.

Gas wird immer teurer. Also planen Eigenheimbesitzer und Mieter mit alternativen Heizquellen für den Winter. Eine dieser besagten Quellen sollen elektrische Heizlüfter sein. 

Dies ist aus vielen Gründen keine gute Idee. Verbraucherschützer schlagen deshalb Alarm und warnen für Kostenfallen und dem Kollaps der Stromnetze.

Heizen mit Heizlüftern: Teuer und unwirtschaftlich

Mit Heizlüftern zu heizen ist keine gute Idee. Gerade wer vor hat, die enorm gestiegenen Preise durch das „Verheizen von Elektrizität“ zu kompensieren, wird eine böse Überraschung erleben.

Denn eine Kostenersparnis tritt trotz mehr als Verdreifachung der Gaspreise nicht ein. Der Grund hierfür liegt vor allem darin, dass die Kosten im Verhältnis falsch eingeschätzt werden. 

So gehen laut einer Verivox-Umfrage 26 Prozent der Befragten davon aus, dass eine elektrische Heizung mittlerweile günstiger sei als eine Gasheizung – 39 Prozent gehen von identischen Kosten aus. Dies bedeutet, dass etwa zwei Drittel der Befragten Personen mit ihrer Einschätzung falsch lagen.

Denn elektrische Heizgeräte verursachen einen deutlich höheren Kostenpunkt als Gasheizungen. Der Preis je Kilowattstunde Strom liegt im Durchschnitt bei 42 Cent, der von Gas bei etwa 18 Cent (August 2022).

Selbst bei einem 100%igen Wirkungsgrad müsste sich also der Gaspreis noch einmal verdoppeln, um annähernd die gleichen Kosten zu genieren.

Dass kein Elektro-Heizgerät einen Wirkungsgrad von 100% aufweisen kann, kommt erschwerend hinzu.

Heizen mit Heizlüftern: Kollaps des Stromnetzes?

Neben den massiv höheren Kosten kommt ein weiteres Problem auf Deutschland zu: Kommen diese elektrischen Heizlüfter massenhaft – oft zur gleichen Zeit zum Einsatz, drohen lokale Stromnetze temporär überlastet zu werden.

Es steigt die Gefahr von Stromausfällen.

Auf diesen Fakt weisen zum Beispiel die Branchenverbände DVGW und VDE hin. Es sei viel sinnvoller, Gasheizungen maßvoll weiter zu betreiben und ihre Effizienz durch eine fachgerechte Überprüfung zu erhöhen.

Auch den eigenen Verbrauch überprüfen, alte Geräte ersetzen, Strom- und Gasanbieter überprüfen und vieles mehr können beim sparen helfen. Wir haben einige Tipps zum Kostensparen für Sie zusammengefasst.

Heizen mit Heizlüftern: Nachfrage extrem

In den letzten Monaten stieg die Nachfrage nach elektrischen Heizungen jeglicher Art massiv an. Im ersten Halbjahr 2022 wurden rund 600.000 Heizlüfter verkauft – 35 Prozent mehr als im Vorjahr. Außerdem gaben rund 11 Prozent der Verivox-Befragten an, eine Anschaffung zu planen, 19 Prozent haben zumindest bereits darüber nachgedacht.

„Die Sorge vor einer kalten Wohnung wegen eines Gas-Mangels ist unbegründet“, sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox. „Selbst wenn Russland die Gaslieferungen vollständig einstellt, bleiben die Heizkörper zuhause warm. Haushalte gehören zu den geschützten Kunden, die auch dann mit Gas beliefert werden, wenn die Gasversorgung stark eingeschränkt ist.“

1 Kommentar zu „Heizen mit Heizlüftern – ein großer Fehler“

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