Tipps zum Strom sparen – effizient aus der Krise

Der von Russland heraufbeschworene Krieg in der Ukraine bringt die westliche Welt in den Krisenmodus: Energiepreise steigen massiv. Wir haben ein paar Tipps zum Strom sparen, die teilweise ohne Kapital umzusetzen sind.

Deutschland und die EU ist von fossilen Brennstoffen abhängig. Ob Gas, Kohle oder Öl – kaum etwas technisches funktioniert ohne genannte Energieträger.

Dabei stehen mit den erneuerbaren Energien durchaus praxistauglich Alternativen zur Verfügung. Hier sind in erster Linie die eigene Photovoltaik-Anlage, Stromspeicher und Elektroauto zu nennen.

Doch nicht jeder verfügt über die Möglichkeiten, direkt zig tausend Euro in ein solches Produkt zu stecken. Daher haben wir verschiedene Lösungen und Ideen für Sie herausgearbeitet, die Sie teilweise sogar ohne oder nur mit geringem Eigenkapital umsetzen können.

Wir beginnen bei den kleinen, einfachen Lösungen und steigern uns in kostenintensivere Ansätze.

Tipps zum Strom sparen – Preiswert muss es sein

Ob Eigenheim-Besitzer oder Bewohner einer Mietwohnung. Mit geringem Aufwand können Sie effektiv Kosten senken.

Einer der einfachsten Tipps ist es, seinen PKW möglichst kraftstoffsparend zu bewegen. Auch in gemütlicher Fahrt kommt man meist nur unwesentlich später am Zielort an. 

Auf LED umrüsten

Wer bis heute noch nicht auf LED-Leuchtmittel in seiner Wohnung oder seinem Haus umgerüstet hat, sollte dies dringend vollziehen. Die Leuchtmittel kosten mittlerweile nur noch wenig, sparen aber bares Geld.

Hier eine Vergleichsrechnung mit einem Standardleuchtmittel als Deckenspot

  • 50W Halogen-Leuchtmittel, GU10 Sockel, 2000 Stunden mittlere Betriebszeit, Anschaffungspreis ca. 4,50 Euro
  • 6 Watt LED-Leuchtmittel, GU 10-Sockel, 25.000 Stunden mittlere Betriebszeit, Anschaffungspreis ca. 7,50 Euro

Werden diese Leuchtmittel nun vier Stunden am Tag betrieben, ergeben sich folgende Betriebskosten bei einem Strompreis von 0,30 Euro je kWh:

Halogen: 73 kWh zu insgesamt 21,90 Euro / Jahr

LED: 8,76 kWh zu insgesamt 2,63 Euro / Jahr

Rein rechnerisch „lebt“ das LED-Leuchtmittel 17 Jahre, das Halogen-Leuchtmittel im Durchschnitt zwei Jahre. Bereits im ersten Jahr der Anschaffung hätten Sie somit eine Ersparnis. 

Rechnen Sie nun einmal nach, wie viele „nicht-LED-Leuchtmittel“ bei Ihnen noch verbaut sind. Hier schlummert großes Sparpotenzial.

Gas- & Stromanbieter überprüfen

Die Gas- und Strompreise steigen unaufhörlich. Gerade die Beschaffungskrise der letzten Monate sorgte für massiv steigende Preise an den Energiemärkten und führte zahlreiche Anbieter in den Ruin. 

Daher raten wir Ihnen, Ihren Strom- und Gasanbieter zu prüfen und Vergleichsangebote einzuholen. Hier helfen beispielsweise die im Netz zu findenden Vergleichsrechner. Achten Sie vor allem auf Seriosität des Anbieters. 

Pro-Tipp: Der Gang zum lokalen Versorger sollte ebenfalls gewählt werden. Oft bieten sich hier Möglichkeiten, Festverträge über mehrere Jahre abzuschließen oder zumindest Sondertarife zu erhalten. Oft ist der „nächste“ Weg der Beste. Das können wir aus eigener Erfahrung bei mehreren Anschlüssen bestätigen.

Alte Elektrogeräte austauschen

Manch ein Elektrogerät ist in die Jahre gekommen, obwohl es noch einwandfrei funktioniert. Häufig kann man lesen, dass durch Neuanschaffung „viel Strom“ gespart werden kann. Doch wie viel Strom kann man tatsächlich einsparen? Bei der Energieeffizienz neuer Geräte hat sich die letzten Jahre viel getan. Die Geräte brauchen im Schnitt im mittleren Preissegment um die Hälfte weniger Strom. Also anstatt 380 kWh pro Jahr nur noch 190 kWh. Dies entspricht rund 57 Euro Ersparnis pro Jahr. 

Insbesondere bei alten Kühlschränken oder Kühltruhen im Alter um die 30 Jahre lässt sich noch mehr sparen. Hier sollten die Besitzer schnellen Ersatz besorgen. Denn die durchschnittliche Ersparnis bei einem rund 17 Jahre alten Gerät liegt bei mehr als 300 kWh pro Jahr. Dann spart das Gerät neue schon mehr als 100 Euro pro Jahr ein. Achten Sie bei der Neuanschaffung immer auf eine gute Energieeffizienz, wobei A derzeit das beste Energielabel darstellt.

Tipps zum Strom sparen: Warum überhaupt?`

Nun haben wir bereits einige Tipps aufgezeigt, mit denen sich schnell und oftmals preisgünstig Energie sparen lässt.

Nun fragen Sie sich vielleicht, weshalb Sie das alles machen sollten, sind doch die Anschaffungskosten oftmals durchaus vorhanden und das zu ersetzende Gerät „tut es ja noch“. 

Nun, gerade mit Blick auf die Installation einer Photovoltaik-Anlage mit Speicherlösung macht das Ersetzen von alten Geräten durchaus Sinn, denn sie senken damit den Grundverbrauch ihres Hauses, was sich positiv auf die Nutzung der PV-Anlage auswirkt. Oftmals können Sie so ihr Haus längere Zeit autark über den befüllten Batteriespeicher betreiben. 

Tipps zum Strom sparen: PC oder Laptop?

Ein nicht unwesentlicher Einsparbereich liegt auch in der Verwendung eines Notebooks. Der altbekannte „Tower-PC“ verbraucht im Durchschnitt 200 Watt, leistungsfähigere Modelle sogar noch einmal deutlich mehr. Ein halbwegs aktuelles Notebook hingegen kommt mit einer Leistungsaufnahme von maximal 50 Watt aus.

Gerade in Zeiten von Homeoffice ist dies ein nicht zu vernachlässigender Faktor, denn das Gerät ist dadurch viel länger im Betrieb.

Auch hier zur Verdeutlichung ein Rechenbeispiel mit folgenden Komponenten:

  • Durchschnittlicher Stand-PC ohne Peripherie wie Monitore etc.: 200 Watt Leistungsaufnahme, 0,5 Watt Standbybetrieb, Stromkosten 30 Cent je kWh, tägliche Betriebszeit: 8 Stunden
  • Durchschnittliches Notebook ohne externe Peripherie, 50 Watt Leistungsaufnahme, 0,5 Watt Standby, Stromkosten 30 Cent je kWh, tägliche Nutzungszeit 8 Stunden

Kostenvergleich: 
Stand-PC: Jahresverbrauch 586,9 kWh, Stromkosten 175,20 Euro
Notebook: Jahresverbrauch 148,92 kWh, Stromkosten 43,80 Euro

Natürlich muss erwähnt werden, dass vermutlich nicht jeder PC-Nutzer 365 Tage seinen PC 8 Stunden im Betrieb hat, aber Sie erhalten so einen ungefähren Eindruck dafür, was sich mit einem Notebook sparen lässt. Und wer weiß: Vielleicht schalten Sie ihren PC ja nun doch häufiger aus, wenn Sie nicht direkt daran arbeiten.

Obligatorisches

Auf Standard-Empfehlungen wie „Deckel beim erhitzen von Wasser auf den Topf“, „Heizung abdrehen beim Lüften“ und ähnliches verzichten wir an dieser Stelle. Dennoch helfen auch diese Angewohnheiten, Energie zu sparen. Hier sei abschließend noch der Einsatz einer Steckdosenleiste mit Schalter zu empfehlen. Durch das Sammelabschalten von Elektrogeräten sparen Sie im Jahr bares Geld. So lassen sich durch das vollständige Abschalten des Fernsehgerätes immer noch bis zu 30 Euro im Jahr sparen – einfach, wenn man auf den StandBy-Betrieb verzichtet.

Auch hier gilt: Multiplizieren Sie die Ersparnis mit der Anzahl der TV-Geräte im Haus, Stereoanlagen und anderen Verbrauchern wie D-Boxen, Receiver etc. 

Heizkosten sparen

Übrigens gilt es ebenfalls, das Sparpotenzial beim Heizen zu heben. Hierzu eignen sich insbesondere in Mietwohnungen smarte Heizkörperthermostate. Mehrere Studien wiesen in der Praxis bis zu 35 Prozent Heizkostenersparnis nach. Diese intelligenten und programmierbaren Thermostate kann man in Kombination mit einem „Smart Home System“, Fenster-Kontakten (die dann das Thermostat automatisch abschalten, sobald ein Fenster gekippt ist) und Innenraumfühlern betreiben oder „Standalone“ und preiswert durch einfache, elektronische Thermostate, die dann aber etwas weniger Sparpotenzial bieten.

Beim Eigenheim eignen sich diese Technologien nur bedingt, da oft bereits eine moderne Heizungssteuerung inklusive Nachtabsenkung installiert ist. Bei ganz alten Anlagen könnte sich der Einsatz jedoch durchaus lohnen.

1 Kommentar zu „Tipps zum Strom sparen – effizient aus der Krise“

  1. Pingback: Heizen mit Heizlüftern - ein großer Fehler | Erneuerbar.online

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