Windkraftanlage für zu Hause – Ein Überblick

Eine Windkraftanlage für zu Hause? Ja das gibt es und stellt eine Ergänzung zur Photovoltaikanlage dar. Wir verschaffen Ihnen einen ersten Überblick.

Gerade in Herbst und Winter ist es in Deutschland häufig windig. Dieser Wind – in einer Zeit, in der die Photovoltaikanlage einen geringere Stromproduktion aufweist, lässt sich effektiv nutzen – mit einer Windkraftanlage für zu Hause.

Windkraftanlage zu Hause – wie funktioniert das Ganze?

Nun, einfach gesagt setzt der Wind die Rotorblätter der Windkraftanlage in Betrieb. Die daraus entstehende Bewegungsenergie wird über ein Getriebe auf einen Generator übertragen, der, quasi wie ein Dynamo am Fahrrad elektrische Energie, also Strom erzeugt.

Dieser Strom wird dann in eine Batterie geladen, genau wie bei der Photovoltaikanlage. In bestimmten Fällen kann sogar der gleiche Speicher, nicht aber der gleiche Wechselrichter verwendet werden.

Wie sollte die Planung aussehen?

Bevor eine Windkraftanlage zu Hause installiert wird, sollte eine Photovoltaik-Anlage installiert sein. Die Windkraftanlage dient als zusätzliche Versorgung, insbesondere für die Herbst-, Winter- und Frühjahrsmonate. 

Wichtig ist auch, dass an dem gewünschten Standort eine Windmessung durchgeführt wird, diese sollte mindestens drei Monate an Winddaten sammeln, bestenfalls in den Herbst und Wintermonaten, um eine Effektivität der Anlage überhaupt abschätzen zu können.

Wichtig ist, dass Sie vorab bei ihrer Heimatgemeinde anfragen, ob eine Installation überhaupt genehmigt wird, denn, anders als bei der PV-Anlage bedarf es einer Baugenehmigung. 

Was produziert eine Kleinwindkraftanlage?

Die Frage, wieviel eine Kleinwindkraftanlage an Leistung generiert, ist schwer zu beantworten. Durchschnittlich spricht man von 3000 bis 5000 Kilowattstunden pro Jahr, die möglich sind. Hier kommt es aber wie so oft auf die installierte Größe und die Art der Technik an.

Die oft im Internet als Kleinwindanlagen angebotenen und verhältnismäßig preiswerten Anlagen für Dachmontage (an einem kleinen Mast) kosten durchschnittlich ca. 1500 Euro pro KW. 

Deren größter Nachteil ist die schwache Energieproduktion und geringe Sturmsicherheit. Außerdem ist die Haltbarkeit nicht lange haltbar. 

Diese Anlagen sind als einfache Hobbyanlagen oder Spielzeug gedacht. Außerdem bringen diese Anlagen in keinster Weise sinnvolle Produktionsleistungen zu Stande. Bei einem Rotordurchmesser von 1 Meter sind maximal 100 kWh pro Jahr möglich – einem finanziellen Gegenwert von rund 35 Euro.

Professionelle Anlagen oder Mini-Kraftwerke spielen in einer anderen Liga. Es handelt sich um zuverlässige, sturmsichere und dauerhaft erprobte Ware. Diese Anlagen werden von Unternehmen erbaut, ähnlich wie bei einer PV-Anlage, meist ebenerdig auf einem großen Mast. Der schlüsselfertige Preis je Kilowattstunde übersteigt dann schon einmal gerne 5000 Euro. Möchte man also eine 5KW-Windkraftanlage in entsprechender Qualität erbauen, muss man mit Kosten von ca. 25.000 Euro rechnen.

Bei diesem Preis erhalten Sie dafür eine professionelle, auf Ihre Bedürfnisse konzipierte Windkraftanlage, die einer hochwertigen PV-Anlage nicht nachsteht. Und diese beiden kombinierten Produkte sorgen dann auch für eine sehr hohe Autarkie – auch in Wintermonaten.

Windkraftanlage für zu Hause – der liebe Nachbar

Ja und auch auf das Thema Nachbar muss man eingehen. Denn, eine Windkraftanlage sorgt für Geräusche. Außerdem könnte sich ihr Nachbar durch die pure Anwesenheit gestört fühlen. Sie sollten daher unbedingt vor der Installation der Anlage mit ihren direkten Nachbarn das Gespräch suchen und über das Vorhaben informieren – damit spart man sich späteren Ärger.

Installation im Wohngebiet

Sinnvoll kann eine Kleinwindkraftanlage nur dann sein, wenn der Standort gut geeignet ist. Daher ist eine Windmessung vorher unabdingbar. Ein bebautes Wohngebiet eignet sich selten, da die umstehenden Gebäude und Bäume den Wind deutlich bremsen. Die besagte Windmessung jedoch ist kostenmäßig sehr teuer – vor allem im Verhältnis zu einer Kleinstanlage.

Aus diesem Grund ist die Installation einer solchen Anlage im Wohngebiet, insbesondere per Dachmontage, nicht geeignet zur effektiven Produktion. Außerdem können sich hierdurch Geräusche und Vibrationen auf das Haus übertragen.

Fazit: Kleinwindkraftanlagen nur für bestimmte Zwecke

Eine Kleinwindkraftanlage kann Ihnen gerade im Winter einen guten Stromertrag bringen. Hierfür müssen Sie aber auch tief in die Geldbörse greifen und eine professionelle Anlage nach zuvor ergangener Windprüfung installieren lassen, auf einem Mast, der im Boden verankert ist, in entsprechender Höhe, exponierter Lage ohne umliegenden Häuser.

Sie sehen: Es gibt einige Bedingungen zu erfüllen, damit sich eine solche Installation rechnet. Vergleichen Sie die Entscheidung vielleicht wie folgt: Würden Sie eine Solaranlage im Souterrain mit 2 Stunden Sonne am Tag installieren lassen? Die Antwort lautet garantiert „Nein“. Sollten Sie also in den Bergen wohnen und der Wind ungebremst über ihr Grundstück fegen können, könnte eine Windkraftanlage attraktiv sein.
In den meisten Wohnvierteln in Deutschland hingegen nicht.

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