Gasumlage – So teuer wird Gas

Ab Oktober wird die Gasumlage rund 2,4 Cent je Kilowattstunde zuzüglich Mehrwertsteuer betragen. Für Gaskunden bedeutet dies eine deutliche Mehrbelastung. Fraglich ist noch, ob Mehrwertsteuer zusätzlich anfällt.

Ab Oktober wird die Gasumlage 2,419 Cent zuzüglich Mehrwertsteuer, also insgesamt 2,879 Cent je Kilowattstunde betragen. Dies teilte die „Trading Hub Europe GmbH“ mit. Das bedeutet deutlich Mehrkosten für alle Gasverbraucher.

Gasumlage – das ist der Sinn dahinter

Die Gasumlage wird durch den Staat erhoben, um Gasversorger zu stützen, die wegen der gedrosselten Lieferung aus Russland das Gas in anderen Ländern zu höherem Preis einkaufen müssen. Die Lieferverpflichtung der Gasimporteure zwingt die Unternehmen zur Bereitstellung des Gases, können aber die Kosten nicht an den Kunden weitergeben. 

MIt der Umlage sollen 90 Prozent der Mehrkosten aufgefangen werden und so Versorger vorm Bankrott gerettet – und damit Gasausfälle verhindert werden.

Die Gasumlage kann ab 1. Oktober berechnet werden, wird vermutlich aber erst ab November oder Dezember erhoben.

Gasumlage – auch Mehrwertsteuer wird fällig

Mittlerweile ist auch geklärt, dass die Mehrwertsteuer aufgrund eines EU-Vetos nicht entfallen darf. Somit entstehen dem Gaskunden noch einmal 19% gesetzliche MwSt.

EU und Bundeskanzler Olaf Scholz wollen jedoch die Umlage nicht erheben. Es soll nun eine Lösung „durch die Hintertür“ gefunden werden, um dem Steuerzahler die MwSt. wieder zurückzuerstatten. Man wolle mit der EU-Kommission darüber reden, „wie wir das Geld den Bürgern wieder zurückkommen lassen können“, sagte Bundeskanzler Olaf Scholz. „Diesen Weg werden wir jetzt ganz schnell mit der Kommission besprechen, dann ist er auch rechtssicher und kann umgesetzt werden, noch bevor die Umlage erhoben wird“, sagte Scholz in Berlin.

Auch die EU-Kommission ist an der Aufhebung der Steuerpflicht interessiert, Kommissionssprecher Danny Ferry sagt: „Es gibt grundsätzlich keine Möglichkeit einer Befreiung von dieser Steuer. Wir stehen in sehr engem Kontakt mit der Bundesregierung, um hier Lösungen zu finden, von denen die Menschen in Deutschland profitieren und die am Ende den gleichen Effekt haben“.

Eine Lösung wird es wohl geben. Wie diese jedoch aussehen kann, ist derzeit unklar. Denkbar wäre z.B. ein Heizkostenzuschuss für Gaskunden in Höhe der Mehrwertsteuer, eine komplizierte, aber immerhin machbare Lösung.

Gasumlage – So viel zahlen Sie mehr

Bei einem Gasverbrauch von 20.000 Kilowattstunden pro Jahr schlägt die Umlage mit etwa 570 Euro inkl. der fälligen Mehrwertsteuer zu Buche. Das entspricht etwa einer Mehrbelastung von 16 Prozent.

Bei einem Single-Haushalt mit etwa 5000 kWh wird die Rechnung um rund 144 Euro (inkl. MwSt.) teurer – nur durch die Gasumlage, versteht sich.

„Die Gaspreise haben sich im Jahresvergleich bereits jetzt fast verdreifacht. Mit der neuen Umlage verteuert sich Gas weiter. Viele Haushalte werden dadurch massive finanzielle Probleme bekommen“, so der Energieexperte Thorsten Storck von Verivox.

Doch es drohen weitere Kosten für Verbraucher. Denn bereits jetzt wurden für die Monate August, September und Oktober Preiserhöhungen beim Gas von durchschnittlich 47,7 Prozent angekündigt. Auch dies entspricht bei einem Haushalt mit Verbrauch von 20.000 kWh etwa 920 Euro Mehrkosten – ohne die Gasumlage! 

Die Versorger reichen die massiv gestiegenen Preise damit an die Endkunden weiter. Auf Jahressicht stiegen die Importpreise um rund 200 Prozent. An den Spotmärkten, an denen Gas kurzfristig gehandelt wird, haben sich die Preise in 12 Monaten mehr als versiebenfacht.

Die Gasumlage katapultiert die Gaspreise nun auf nahezu 21 Cent je Kilowattstunde – und drohen noch weiter zu steigen.

Ein Ende der Erhöhungswelle ist noch nicht in Sicht.

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